Wohngifte, Schadstoffe, Raumklima

Der Einsatz von Kunststoffen, Chemikalien, Bioziden u.a. kann in Verbindung mit mangelnder Lüftung und intensiver Gebäudeabdichtung zu einer kritischen Schadstoffkonzentration in der Innenraumluft führen.

 

VDB Schadstoffe 2011-02-10-12 Rietzler Schadstoffe 2012-07-06

 

Die Liste dieser Wohngifte ist lang:



Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

VOC sind flüchtige organische Substanzen. Aus Schadstoffquellen wie Klebstoffen, Farben, Lacken, Reinigungsmitteln oder PVC-Fußbodenbelägen können insbesondere chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Perchlorethylen und weitere organische Lösungsmittel ausgasen. Hierfür werden Zielwerte für die Summenkonzentration der flüchtigen organischen Verbindungen angestrebt (TVOC-Werte).

 


Aktive Luftprobenahme von VOC (Volatile Organic Compounds)


Formaldehyd und andere Aldehyde

Formaldehyd (Methanal) ist ein farbloses, wasserlösliches und stechend riechendes Gas. In der Industrie wird es wegen seiner Reaktionsfreudigkeit als Ausgangsprodukt u.a. für Kunst- und Klebstoffe, als Textilhilfsmittel und Desinfektions-, bzw. Konservierungsmittel eingesetzt. Aus den Leimen von Holzwerkstoffen (Span-, Sperrholz- und Tischlerplatten), lndustrieklebern (z.B. für Teppichverklebungen), säurehärtenden Lacken (z.B. Parkett-versiegelung), UF-Ortschäumen kann jahrelang Formaldehyd besonders bei erhöhter Luftfeuchtigkeit abgespalten werden. 90 % der Baumwolltextilien sind mit Formaldehydharzen imprägniert, um sie z.B pflegeleicht und knitterfrei zu machen. Weitere Quellen sind offene Feuerstellen, Straßenverkehr und Tabakrauch.
Von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe wird Formaldehyd als sensibilisierender Stoff mit dem begründetem Verdacht auf ein krebserzeugendes Potential ausgewiesen.

 

                                            Direktanzeigende Gasmessröhrchen als Kurzzeitmessung


Schwerflüchtige Stoffe

Biozide oder Pestizide enthalten schwerflüchtige Stoffe als "Unkraut"vernichtungsmittel (Herbizide) und Schädlingsbekämpfungsmittel (Insektizide, Fungizide, Bakterizide, Viruzide u.a.).

A n m e r k u n g: Nur wenige dieser Wirkstoffe wirken selektiv nur auf das Unkraut oder den Schädling. Viele greifen in grundlegende Stoffwechselprozesse auch anderer biologischer Arten ein. Viele Insektizide sind z.B. auch fischgiftig und am Ende der Nahrungskette steht der Mensch! Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung (Anwendung im ökologischen Anbau) werden deßhalb mechanische (Absammeln, Leimringe, etc.) und biologische Methoden (Fruchtwechsel, Pflege von Nützlingen und natürlichen Feinden, Lockstoffen u.ä.) angewandt.

Pentachlorphenol (PCP) wird seit 1930 in der Industrie und Landwirtschaft als Pilz-, Bakterien- und Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt. Nach der PCP-Verbotsverordnung ist es seit dem 12.12.1989 in Deutschland verboten, PCP-haltige Erzeugnisse mit mehr als
5 mg/kg PCP in den Verkehr zu bringen. In Innenräumen sind trotzdem folgende Quellen möglich: Holzschutzmittelbehandelte Oberflächen, Teppiche und Teppichböden, Spanplatten für den Feuchtebereich (V 100G), Dispersionsfarben, Ledermobiliar und Schwertextilien (z.B. Zelte und Markisen).
Von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe wird PCP als ein krebserzeugender Stoff ausgewiesen.

 

Fra Scheu-Kam 08-06-13                                     

Untersuchungen von Holzdecken auf Holzschutzmittel (Biozide; hier Pentachlorphenol, Lindan, Dichlofluanid und Permethrin)

 

Lindan ist ein chlorierter Kohlenwasserstoff und als Insektizid Bestandteil von Holzschutzmitteln; Wollteppichen oder Teppichböden mit Wollanteil zum vorbeugenden Textilschutz gegen Motten- und Käferfraß und evtl auch in Antiquitäten. Lindan wirkt als Nervengift.

Toluol (Methylbenzol) findet sich in Polystyrol, Anstrich- und Holzschutzmitteln, Lösemitteln, Polituren, Treib-, Kleb- und Sprengstoffen. Toluol ist überall!

DDT (Dichlor-,diphenyltrichloräthan) ist ein hochwirksames Kontaktgift und in den meisten Staaten als universelles Schädlingsbekämpfungsmittel verboten.

A n m e r k u n g: Insbesonders halogenierte Kohlenwasserstoffe (die organische Verbindung enthält Fluor-, Chlor-, Brom- oder Jodatome) sind sehr umweltstabil (persistent), weltweit verbreitet und reichern sich in der Nahrungskette an (Bioakkumulation z.B. im Fettgewebe oder Muttermilch da lipophil).

Pyrethroide sind dem aus Chrysanthemenblüten gewonnenen Pyrethrum synthetisch nachgebaut. Insbesondere Permethrin wird als insektizider Wirkstoff in der Landwirtschaft und in Innenräumen in Holzschutzmitteln, Insektensprays, Flohpulvern, Elektroverdampfern und in Wollteppichen eingesetzt. Die Aufnahme in den menschlichen Körper erfolgt nach den bisherigen Erkenntnissen hauptsächlich über die an Feinstaub gebundenen Substanzen. Ihre Wirkung wird mit der von DDT und Lindan verglichen.

Weichmacher wie Dimethylphtalat (DMP) und Diethylphtalat (DEP) kommen in PVC-Fußbodenbelägen, PVC-Elektroinstallation, Teppichrückenbeschichtungen, Faltwänden, Strukturschaumtapeten, Duscheinlagen, "Wachs"tüchern und Saughaken,... vor.

Weitere schwerflüchtige Schadstoffe sind Flammschutzmittel, wie z. B. polychlorierte Biphenyle (PCB), Trischlorethylphosphat (TCEP) oder Trischlorpropylphosphat (TCPP).

Die Hauptursachen für Belastungen mit polychlorierten Dibenzodioxinen und -furanen (PCDD / PCDF - "Seveso-Gifte") sind behandelte Oberflächen mit PCP-haltigen Holzschutzmitteln und Wohnungsbrände. Hierbei führen insbesondere PVC (Polyvinylchlorid)-, chlorparaffin- und organochlorhaltige Materialien (Fußbodenbeläge, Kunstleder, Kunststofffenster, Kabelisolierungen u.a.), sowie bromorganische Verbindungen flamm-hemmend ausgeführter Kunststoffe (Fernsehgeräte, Computer,...) bei Ihrer Verbrennung oder Verschwelung zur erhöhten Bildung von PCDD / PCDF:

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind eine Gruppe von Verbindungen mit bis zu 10 Chloratomen im Molekül. Insgesamt sind 209 Einzelverbindungen (Kongenere) möglich. Zur analytischen Bestimmung der PCB's werden in der Regel 6 Leitsubstanzen herangezogen. Seit 1989 ist in Deutschland das lnverkehrbringen von Zubereitungen mit mehr als 50 mg/kg PCB verboten (PCB-, PCT-, VC-Verbotsverordnung). Einsatzgebiete sind im Betonbau als Schalöle, sowie in Kondensatoren und (Fugen)-Dichtungsmassen.

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind aromatische Verbindungen aus verbundenen Benzol-Ringen. Aus den vielen hundert Verbindungen wurden von der EPA (amerikanische Umweltschutzbehörde) 16 typische und häufig auftretende Vertreter als Leitsubstanzen ausgesucht. PAK's sind in Mineralölen, Bitumen, Teer und deren Produkten und entstehen bei der Verbrennung organischer Substanzen, z.B. beim Hausbrand, Rauchen und dem Betrieb von Verbrennungsmotoren. Von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe werden PAK's aus Pyrolyseprodukten organischer Materialien als eindeutig krebserzeugende Stoffe ausgewiesen.


Schwermetalle

Schwermetalle gelangen über verschiedene Wege in den Staub der Innenraumluft. Mögliche Quellen sind u.a. allgemeine Ausgasungen, Altlasten, Abriebe, Schleif- und Sägearbeiten. Die wesentlichen Schwermetalle sind hierbei Chrom, Kupfer, Zink, Zinn, Cadmium, Nickel, Quecksilber, Blei und Arsen. Vielfach liegen die Metalle auch als metallorganische Verbindungen vor oder werden in Anstrichen als solche eingesetzt ("Xylasan Al").

 

 

 

 

 

 

 

 


Asbest und andere Fasern

Der Name Asbest stammt aus dem Griechischen und bedeutet "unzerstörbar". Er wird für eine Vielzahl verfilzter faserförmiger Silikate verwendet. Diese bestehen aus Silicium, Sauerstoff, Wasserstoff und Metallkationen (z.B. Calcium, Eisen, Magnesium) und kommen in der Natur als gesteinsbildende Materialien vor. Produktanwendungen sind Spritzasbest, Asbestzementprodukte, Dämm- und Isoliermaterialien von Lüftungen, Klimaanlagen und Nachtstromspeichergeräten, Fußbodenbeläge und viele Rohrmaterialien u.a.
Von asbesthaltigen Gegenständen können durch Alterung, Beschädigung oder weitere Bearbeitung (z.B. durch Schneiden oder Schleifen) Asbestfasern freigesetzt werden. Die Aufnahme der freien Fasern in den menschlichen Organismus erfolgt über den Schwebstaub in der Atemluft.
Von der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe werden Asbestfasern als Stäube ausgewiesen, die beim Menschen erfahrungsgemäß bösartige Geschwüre verursachen können.
Biobeständige (Kanzerogenitätsindex) und lungengängige Fasern (auch künstliche Mineralfasern KMF) mit einer Länge größer 3 mm und einem Durchmesser kleiner 1 mm, d.h. Länge / Durchmesser - Verhältnis größer 3 : 1 werden als krebserzeugende "WHO-Fasern" bezeichnet. Die Latenzzeit wird auf etwa 15 bis 30 Jahre geschätzt.

 

 

Asbest 10-04-30

PN-Fasern GF 08-05-16

 

A01 Längs Cont 13 GF-Tristan 08-06-02 13

 

A01 Längs Cont 12 GF-Tristan 08-06-02 20

 

Umfangreicher und gefährlicher Sondermüll:
Asbestzementprodukte aus Dacheindeckungen, Fassadenverkleidungen, Rohren, Heizung, Kaminen, Gartenartikel, Fensterbänke usw.
Bild 2-4: Erkundung von schwach gebundenem Spritzasbest in Deckenbereichen eines öffentlichen Gebäudes.
Weitere Anwendungen von Spritzasbest: Asbesthaltige Putze, Matten, Pappen, Schnüre, Dichtungsmassen usw.
Seit 1993 besteht ein Herstellungs- und Verwendungsverbot für Asbest; sowie ein Expositionsverbot.
Ausgenommen: Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Sachkunde nach TRGS 519.


Raumklimaparameter

Behaglichkeitsfaktoren beeinflussen neben individuellen Faktoren (Gesundheit, Kleidung,...) unser Wohlbefinden. Die wesentlichen Behaglichkeitskriterien sind neben den eingangs genannten Raumklimaparametern auch Strahlungswärme, Beleuchtung und Belichtung, Gerüche, Lärm, Geräusche, Aktivitätsgrad und Kontakt zur Umwelt. Mit modernsten Messsystemen werden diese Faktoren über einen Zeitraum ermittelt und können dann insbesonders bei der heutzutage "dichten" und komplexen hochtechnischen Bauweise optimal eingestellt werden

Wie schon anfangs erwähnt ist die Liste der möglichen Wohngifte und Schadstoffe lang. Weitere Untersuchungsmöglichkeiten aus dem Dienstleistungsspektrum des umwelttechnischen Institutes Ökolonomie:

  • Analyse von Schwarzstaubablagerungen ("magic dust") in Innenräumen
  • Untersuchungen auf Butylzinnverbindungen
  • Untersuchungen auf Nitrosamine (mögliche Quelle Syntheselatex)
  • Haarmineralstoffanalysen
  • Brandschadensanalytik, usw.

A n m e r k u n g: Bei der Stoffauflistung handelt es sich nur um einen Ausschnitt möglicher gesundheitsrelevanter Stoffe. Ein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit kann ausdrücklich nicht abgeleitet werden. Im Rahmen der umwelthygienischen Forschung müssen die Inhalte dieser Website kontinuierlich dem Stand der Wissenschaft angepasst werden.

Kompakter Feuchte- und Temperaturlogger mit internen Sensoren zur Langzeitüberwachung
http://oekolonomie.de/baubio/images/pilze_a2_gross.jpg
Kompakter Feuchte- und Temperaturlogger mit internen Sensoren zur Langzeitüberwachung (16.000 Messwerte)
Raumklimaaufzeichnung - Langzeiterfasung von Temperatur, Feuchte und Kohlendioxid
Feuchte-, Temperaturverlauf und Kohlendioxydrate (hier bis über 1000 ppm) in einem Schlafraum über zwei Tage


Krankheitsbilder

Zur sogenannten Gebäudekrankheit (sick building syndrom) zählen u.a. Allergien, Akne, Mykosen, (Schleim-)Hautreizungen, Atemwegserkrankungen, Pseudo-Krupp, Augen-irritationen, Haarausfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Unruhe, Hyperaktivität, Aggressivität, Müdigkeit und Libidoverlust. Diese Symptome werden auf eine Vielzahl von Behaglichkeitsstörungen und Luftverunreinigungen zurückgeführt. Erhöhte Schadstoffkonzentrationen stehen oft auch im Zusammenhang mit zu niedrigen Luftwechselraten der Gebäude. Weitere komplexe Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Umweltschadstoffen sind MCS (Multiple Chemical Sensitivity), CFS (Chronic Fatigue Syndrom) und das CKW-(ChlorKohlenWasserstoff-)Syndrom. Langandauernde Belastungen (auch in geringer Konzentration) eventuell in Zusammenhang mit synergistischen Effekten (Felder, Wellen, Strahlung) können aber zu weiteren schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen führen.

In Zusammenarbeit mit Medizinern und umweltanalytischen Laboratorien können mögliche Schadstoffherde in Ihrem Wohn- und Arbeitsumfeld gezielt aufgefunden werden. Durch Entfernen oder Neutralisieren der mit Schadstoffen belasteten Materialien und richtigem Wohnverhalten lassen sich vorhandene Gefahrenquellen oft erfolgreich beseitigen.

 

Je nach Auftragsumfang führen wir unsere Leistungen in ganz Deutschland und auch international aus. Besonders kurzfristig können wir in den Bundesländern Bayern, Hessen, Baden-Württemberg; sowie in den Städten Frankfurt, Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt, Bad Kissingen, Coburg, Bamberg, Bayreuth, Höchstadt, Erlangen, Nürnberg, Fürth, Schwabach, Ansbach, Rothenburg, Heilbronn, Ludwigsburg, Stuttgart, Aalen, Feuchtwangen, Dinkelsbühl, Gunzenhausen, Weißenburg, Abenberg, Roth, Neumarkt, Amberg, Regensburg, Ingolstadt, Landshut usw. für Sie tätig werden.